Blaskapelle Böbing

 

Vor der Gründung der Blaskapelle Böbing im Jahre 1860 prägte die Streichmusik das musikalische Leben in Böbing. Im Jahre 1859 kam zu dieser Streichmusik der zugezogene Schmiedegeselle Fridolin Angerer, der neben der Streichmusik auch Blasmusik erlernt hatte. Er bildete junge Bläser aus und gründete im Jahre 1860 die „Blechmusik“ die aus 7 Musikern bestand und bei Veranstaltungen im Dorf aufspielte. Nach dem Tod des Gründers übernahm sein Sohn Fridolin Angerer die Leitung der Kapelle und bildete weitere Musiker aus. Im Jahr 1913 hatte die Kapelle eine Stärke von 17 Musikern.

Nach dem 1.Weltkrieg musste die Kapelle praktisch von vorne anfangen und wurde bis 1923 von Peter Höhenleitner geleitet. Nach dem Wegzug von Höhenleitner übernahm Georg Gugger die Leitung der Blaskapelle.

Durch viele Unstimmigkeiten in der Kapelle wurde im Jahre 1928 eine zweite Kapelle gegründet die als Trachtenkapelle in regen Wettstreit zu der bisherigen Kapelle trat. Einige Jahre musizierten die beiden Musikkapellen im nicht immer spannungsfreien Verhältnis nebeneinander.

Ab dem Jahr 1933 wurden die beiden Kapellen allmählich wieder zusammengeführt und im Jahre 1935 übernahm dann der junge Xaver Angerer die Leitung der Blaskapelle Böbing.  

Auch der 2. Weltkrieg hinterließ tiefe Spuren und bewirkte den Niedergang des gesamten Vereinslebens in Böbing. So musste ab 1947 mit dem Aufbau einer fast vollkommen neuen Kapelle begonnen werden. Xaver Angerer bildete 14 junge Nachwuchsmusiker aus die zusammen mit den verbliebenen älteren Musikern bereits im Jahre 1948 erstmals wieder aufspielten.

Durch weitere Zugänge erreichte die Kapelle einen hohen Leistungsstand. In dieser Zeit spielte auch Sepp Apostel („Kindergarten-Sepp“) bei der Blaskapelle Böbing als Trompeter.

Sein Wegzug nach Burghaig bei Kulmbach und sein Wirken in der dortigen Kapelle begründete die bis heute bestehende Freundschaft zwischen dem Musikverein Burghaig und der Blaskapelle Böbing.

Bereits 1958 war dann die Blaskapelle Böbing zum ersten Mal Gast bei unseren Musikfreunden aus Burghaig. Zum 100 jährigen Vereinsjubiläum der Blaskapelle fand dann der erste Gegenbesuch des Musikvereins Burghaig in Böbing statt. Als Gastgeschenk übereichte der Musikverein eine große Trommel mit Aufschrift, die sich noch heute im Instrumentenbestand der Blaskapelle findet.

Von 1968 bis 1969 übernahm Franz Schneider die Leitung der Blaskapelle Böbing, legte diese aber im Herbst 1969 nieder, was zu einer kurzzeitigen Auflösung der Kapelle führte.

Nach einer einjährigen Pause spielte die Kapelle jedoch unter der neuen Leitung von Jakob Gugger wieder auf. Durch seine Ausbildung von vielen Nachwuchskräften hatte die Kapelle sehr bald wieder einen festen Platz im dörflichen Leben.

Im Jahre 1975 kam es dann zu einem größeren Umbruch der Blaskapelle. Bei einer Versammlung aller aktiven Musiker im Gemeindeamt wurde erstmals eine Vorstandschaft für die Blaskapelle Böbing berufen.

Die Leitung als Dirigent übernahm ab 1975 Fridolin Angerer, des weiteren wurden folgende Positionen von der Versammlung gewählt

1. Vorstand: Erich Friedberger
Kassier und 2. Dirigent: Rudolf Schrenk
Schriftführer: Otto Gretschmann
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In den folgenden Jahren organisierte der 1. Vorstand Erich Friedberger zahlreiche Ausflüge und Auftritte zu Weinfesten, Schützenfesten oder Musikfesten in ganz Deutschland sowie auch in das benachbarte Ausland Belgien, Österreich und der Schweiz. Unter der Leitung von Fridolin Angerer waren diese Auftritte auch stets musikalische Erfolge.

Aber auch das Vereinsleben der Blaskapelle wurde insbesondere durch den 1.Vorstand Friedberger neu gegliedert und gestaltet.

Im Jahre 1976 tratt die Kapelle dem Musiskbund von Ober- und Niederbayern bei, dass war die Grundlage für die Teilnahme an Wertungsspielen im Marsch- und Konzertwettbewerb.

Bereits im Jahr 1983 führte die Kapelle das 26. Bezirksmusikfest des Bezikes Oberland im Musikbund durch.

1980 wurde erstmals das Musikantentreffen der Kapellen aus Rottenbuch, Bad Bayersoien, Schönberg und Böbing abgehalten.

Ebenfalls 1980 wurde im ehemaligen „Scheiberanwesen“ ausschließlich durch Eigenleistung der Musiker ein Proberaum gebaut und damit erstmals für die Blaskapelle ein Heim mit Platz für Notenarchiv geschaffen.

1981 wurde der Blaskapelle die „Pro Musica Plakette“ verliehen.

Ab dem März 1988 wurde dann die Blaskapelle als e.V. geführt und eine Satzung erstellt bei der auch ein zweijähriger Wahlmodus festgelegt wurde. Die Vorstandschaft des Vereins beinhaltet nun die Positionen: 1. Vorstand / 2. Vorstand / Kassier / Schriftführer / 1. Dirigent / 2. Dirigent / Beisitzer

Im Jahr 1990 übernahm der bisherige 2. Dirigent Franz Weishäupl die Leitung der Kapelle und 2 Jahre später 1992 übergab auch Erich Friedberger nach 17 Jahren 1.Vorstand sein Amt an Helmut Hückl.

Im Herbst 1993 legte Franz Weishäupl nach Unstimmigkeiten mit der Vorstandschaft sein Amt als Dirigent wieder nieder. Bei der Generalversammlung 1994 wurde Fridolin Anger nochmals für 2 Jahre zum Dirigent gewählt. Fridolin Angerer erklärte sich aber nur befristet bereit nochmals das Amt des Dirigenten zu übernehmen.

Ab November 1995 konnte dannder Berufsmusiker Sven Kempe vom Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen als 1.Dirigent gewonnnen werden.

Bei den Neuwahlen 1998 wurde Jürgen Friedberger zum 1. Vorstand gewählt und übernahm das Amt von Helmut Hückl, der sich nicht mehr zur Wahl stellte.

Erstmalig 1999 wurde unter Dirigent Sven Kempe ein Adventskonzert in der Böbinger Pfarrkirche durchgeführt. Nicht zuletzt wegen des großartigen Erfolgs entschloss man sich dies nun alle Jahre zu wiederholen.

Im Juni 2000 errichtete die Blaskapelle anlässlich ihres 140 jährigen Bestehens ein Festzelt. Bei den Festtagen von Mittwoch bis Sonntag wurde mit zahlreichen Aktivitäten dieses Jubiläum gebührend gefeiert. Auch bei diesem Jubiläum waren unsere Musikfreunde vom Musikverein Burghaig mit dabei.

Im Frühling 2002 konnte, der nach nur 1 jähriger Bauzeit und in überwiegender Eigenleistung erstellte neue Proberaum über der Schulturnhalle eingeweiht und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Damit erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch der Blaskapelle nach einem Probelokal, dass den aktuellen Platzansprüchen und vor allem den Ansprüchen an die Akustik gerecht wird. Eine besondere Anerkennung galt dem „Bauleiter“ und Organisator Erich Friedberger.

Im Jahr 2004 konnte die Blaskapelle zusammen mit den Nachbarkapellen aus Rottenbuch, Bad Bayersoien und Schönberg das 25. Kapellentreffen in Böbing feiern. Extra zu diesem Anlass entschloss man sich eine gemeinsame CD mit dem Titel „Blasmusik aus dem Ammertal“ 25 Jahre Musikantentreffen einzuspielen, die dann beim Jubiläumstreffen in Böbing vorgestellt wurde.

Die anspruchsvolle musikalische Arbeit für die CD-Aufnahme wurde noch erfolgreich von Sven Kempe durchgeführt. Bald darauf trennten sich aber der damalige Dirigent und die Blaskapelle voneinander.

Im Herbst 2004 übernahm schließlich Markus Rohrmoser das Amt des 1. Dirigenten. Markus Rohrmoser sieht sich aber aus beruflichen Gründen nicht in der Lage einen Dirigentenlehrgang zu besuchen.

Im Mai 2006 konnte der anerkannte und geschätzte Dirigent Wilhelm Binder aus Peiting als 1. Dirigent verpflichtet werden.

Bereits im Frühjahr 2007 veranstalteten wir unter dem neuen Dirigenten erstmalig ein Frühjahrskonzert in der Schulturnhalle in Böbing. Neben dem Adventskonzert soll das alljährliche Frühjahrskonzert zu einer festen Einrichtung werden.

So wurde auch 2008 wieder ein Frühjahrskonzert durchgeführt.

2007 konnte auch das 50 jährige Freundschaftsjubiläum zwischen dem Musikverein Burghaig und der Blaskapelle gefeiert werden.

Bei einem Besuch der Blaskapelle Böbing im April in Burghaig sowie der Gegenbesuch des Musikvereins in Böbing wurde in beiden Ortschaften das Jubiläum mit einem Festprogramm gefeiert.

Im Mittelpunkt stand natürlich Josef Apostel der diese langjährige Freundschaft begründete und immer noch aktiv beim Musikverein Burghaig mitwirkt.

Bei den Neuwahlen 2008 stellte sich Jürgen Friedberger nicht mehr für das Amt des 1. Vorstands zur Verfügung. So steht nun wieder Helmut Hückl einer weitgehend verjüngten Vorstandschaft vor.

Zum 150jährigen Bestehen der Blaskapelle Böbing wurde wieder ein großartiges, mehrtägiges Fest ausgerichtet. Ein gut durchdachtes und abwechslungsreiches Festprogramm sorgte auch bei nicht immer guten Witterungsverhältnissen für guten Besuch. Hierbei ist ein großer Dank an den damaligen 1. Vorstand, Helmut Hückl zu entrichten.

Ein gewiss unvergessener Moment war im Jahr 2013, als die Böbinger Musiker die Alianz Arena, gefüllt mit 65000 Zuschauern anlässlich der Meisterfeier des FC Bayern, betreten durften und auf dem Spielfeld ein par Märsche zum Besten gaben.

Im Jahr 2014 stellte sich auch Helmut Hückl nach langjähriger und engagierter Arbeit in der Vorstandschaft nicht mehr bei den Neuwahlen in diesem Jahr zur Verfügung.

Laut Helmut Hückl war sein Abschied aus der Vorstandschaft nur eine Konsequenz aus dem Generationswechsel der gesamten Blaskapelle, welcher sich in den letzten Jahren bemerkbar machte.

Neben Helmut gaben auch Wilhelm Binder als 1. Dirigent und Christine Bair als Kassier ihre Ämter ab.

Den Posten des Dirigenten übernahm Max Bair aus den Reihen der Blaskapelle. Der zu dieser Zeit eine bereits abgeschlossene Dirigentenausbildung absolviert hat. Nach eigenem Wunsch, aber nur übergangsweise.

Das Amt des 1. Vorstandes hat seitdem Franz Hückl inne und ein Generationswechsel in der gesamten Vorstandschaft war so vollzogen.

 

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